Land & Leute

Grundsätzlich lässt sich sagen, dass der Norddeutsche an sich selbstbewusst, humorvoll, kinderlieb und gastfreundlich ist. Sollten Sie an Einen geraten, auf den diese Eigenschaften nicht zutreffen, kann das folgende Gründe haben: 1. Er ist mit dem falschen Fuss aufgestanden. 2. Er ist kein Norddeutscher. 3. Er versteht Sie nicht!

In 90 Prozent der Fälle ist der 3. Punkt zutreffend. 

Das liegt einfach daran, dass der “Einheimische” nur Plattdeutsch spricht und versteht (verstehen will!). Für diesen Fall haben wir für Sie die wichtigsten Wörter zusammengefasst.

allns kloor ... heißt soviel wie "alles klar" und ist die beliebteste Gesprächseröffnung hier im Norden.

Bregen ... ist das plattdeutsche Wort für Kopf oder Gehirn. Mit "Bregenklöterig" beschreibt der Norddeutsche den Zustand einer Person, die nicht alle Tassen im Schrank hat.

büschen ... ein bißchen

buten ...  "draußen" bzw. "außerhalb"

binnen ... hier das dazu passende „drinnen“ bzw. „innerhalb“

Buttscher ... ist die norddeutsche Bezeichnung für kleine männliche Menschen - so genannte Jungs

dit und dat ... dies und das. Sowohl Ausdruck für Krimskrams oder Kramläden...

Dösbaddel ... ist die Bezeichnung für Leute die sich etwas schwer tun oder ungeschickt anstellen

Dööntjes ... sind kleine heitere Geschichten oder Anekdoten

Dudd ... ist ein Haarknoten

Drönbüdel ... ist jemand der langweilig ist

dumm Tüch ... heißt soviel wie dummes Zeug oder Quatsch

duun ... heißt soviel wie betrunken oder angetütert

Fargen ... werden Ferkel genannt – auch die Menschlichen!

Feudel ... benutzt man zum Wischen des Fußbodens

Fofteihn ... heißt schlicht fünfzehn und ist zum einen die Bezeichnung für Pause, als auch eine Aufforderung nicht zu übertreiben

füünsch ... sind alle Leute die wütend oder aufgebracht sind

Görn ... so nennt der Nordeutsche mehrere Kinder

hoegen ... ist stilles, mehr innerliches Freuen (meist nicht ganz ohne Schadenfreude)

hökern ... heißt soviel wie "Handeln" oder "Verkaufen". Ein Höker ist jemand der mit Waren handelt. "Ick lot mi nich verhökern" heißt soviel wie "ich laß mich nicht für dumm verkaufen"

Hol di stief ... halt den Kopf hoch

Hupen ... macht im Platt keinen Lärm sondern beschreibt einen Haufen wie z. B. einen Haufen Hundeschei..

Katehker ... heißt bei uns das Eichhörnchen

klönen ... bedeutet soviel wie "plaudern" oder "sich unterhalten"

Klönschnack ... die Unterhaltung – meist über Gott und die Welt

Klookschieter ... sind alle Besserwisser

Kiek mol wedder in ... schau mal wieder rein

Kööm ...so nennt mann bei uns den Schnaps

kötern ... heißt soviel wie herumlaufen

krüsch ... sind alle Leute, die wählerisch sind und nicht alles essen bzw. probieren wollen

Kusen-Doktor ... Zahnarzt

lütt ... heißt einfach nur klein

lücht ... heist nicht, wie vielleicht vermutet „leuchtet“ sondern „lügen“. So zum Beispiel: Hee lücht – “Er lügt” und auf keinen Fall “Er leuchtet”

Moin Moin ... gebräuchlicher Tagesgruß aller Friesen. Moin oder Moin Moin sagt man zu jeder Tageszeit, wobei das einzelne Moin gerne lang gezogen zu einem Moooiiin ausgesprochen wird, hingegen das moin moin auch so kurz gesprochen wird

Moltied ... heißt auf Hochdeutsch "Mahlzeit"

Mors ... ist die Bezeichnung für das Hinterteil. "Klei mi an Mors!" heißt soviel wie "Leck mich am A...!"

mucksch ... sind alle die eingeschnappt, launisch oder mürrisch sind

Pankoken ... jajajaja, die beliebten Pfannkuchen

plietsch ... heißt soviel wie gewitzt, schlau oder klug

Pott ...ganz simpel der Topf (Kochtopf)

Schapptüch ... unsere feine Garderobe, also das, was wir Sonntags anziehen

schietich ... heißt soviel wie dreckig oder schmutzig

schnacken ... bedeutet reden – hey schnackt veel wenn de dach lang is, bedeutet er redet viel wenn der Tag lang ist. Eine sehr häufig benutzte Redewendung der Norddeutschen für Schwätzer

Steert ... Bezeichnung für den Schwanz oder Schweif – zum Beispiel heißt der Schweif des Eichhörnchens bei uns Nordlichtern „Katehkersteert“

suutje ... ist die Bezeichnung für ruhig oder gemächlich. "Nun man suutje" heißt soviel wie "Immer mit der Ruhe"

Tied ... heißt ganz banal Zeit. "Ick hef keen Tied" heißt "Ich habe keine Zeit"

töv mol ... Aufforderung etwas abzuwarten oder zu warten

Tüderbüdel ... ist jemand, der alles langsam und umständlich macht

Tühnkram ... bedeutet das gleiche wie "dumm Tüch" also Unsinn oder Quatsch

Wo geiht (di dat)? ... ist auch eine beliebte Gesprächseröffnung hier im Norden und heißt "Wie geht's?"

Wötteln ... ist die norddeutsche Bezeichnung für Karotten oder Möhren

wi snackt platt ... heißt soviel wie "wir sprechen platt"


© Thomas Petersen 2017